Hauspflegeverein e.V. Bielefeld

Hauskrankenpflege

Psychiatrische Behandlungspflege (§ 37 Abs.2 SGB V)

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Menschen mit einer psychischen Erkrankung können von der Krankenkasse ambulante psychiatrische Behandlungspflege erhalten. Voraussetzung dafür ist, dass von einem Facharzt für Psychiatrie/Neurologie eine entsprechende Verordnung ausgestellt wurde. Nur in Ausnahmefällen wird auch die Verordnung eines Allgemeinmediziners akzeptiert, wenn eine vorherige Diagnosesicherung durch einen Facharzt (Psychiatrie/Neurologie) erfolgt ist.

Psychiatrische Hauskrankenpflege kommt nur bei bestimmten festgelegten Diagnosen in Betracht, wenn dadurch Fähigkeitsstörungen in einem Maß vorliegen, dass das Leben im Alltag nicht mehr bewältigt werden kann. Weitere Voraussetzung ist, dass eine Behandlung nur durch Medikamente nicht ausreichend ist, der Versicherte über eine ausreichende Behandlungsfähigkeit verfügt und durch die verordneten Maßnahmen die Krankheit positiv beeinflusst werden kann.

In der Regel wird zunächst eine Erstverordnung über 14 Tage ausgestellt. In dieser Zeit soll eine Pflegeakzeptanz und ein Beziehungsaufbau ermöglicht werden. Dazu kann auch die Anleitung der Angehörigen des Patienten im Umgang mit dessen Erkrankung gehören.

Ist in den ersten 14 Tagen absehbar, dass Pflegeakzeptanz und Beziehungsaufbau nicht erreicht werden können, ist eine Folgeverordnung nicht möglich. Bestandteil der Verordnung ist der vom Arzt erstellte Behandlungsplan, der die Fähigkeitsstörungen, die Zielsetzung der Behandlung und die Behandlungsschritte beschreibt. Maximal können bis zu 14 Einsätze pro Woche verordnet werden. Allerdings soll die Anzahl der Einsätze pro Woche im Behandlungsverlauf abnehmen. Psychiatrische Krankenpflege kann längstens für vier Monate bewilligt werden.

Ist nach diesen vier Monaten absehbar, dass der Patient weiterhin Unterstützung zur Bewältigung seiner Erkrankung benötigt, kommen eventuell Hilfen vom Sozialamt in Betracht, wie z.B. Eingliederungshilfe oder MSD-Plus-Leistungen. Allerdings sind diese Hilfen dann einkommens- und vermögensabhängig.

Die psychiatrische Behandlungspflege umfasst folgende Maßnahmen:
 
  • die Veranlassung notwendiger diagnostischer und therapeutischer Maßnahmen (einschließlich Krisenintervention und Absprachen bei Suizidgefahr)
  • der Aufbau einer Beziehung zum psychisch Kranken
  • die Hilfe bei der Bewältigung beeinträchtigender Gefühle, Wahrnehmungen und Verhaltensweisen (z.B. bei psychotischen Ängsten, Zwängen)
  • die Erarbeitung krankheitsangemessener Sicht- und Verhaltensweisen
  • die Unterstützung einer Tages- und Wochenstrukturierung
  • die Anleitung von Familienangehörigen oder anderen Bezugspersonen zum Umgang mit bestimmten Verhaltensweisen des Patienten
  • Hilfe bei der Medikamenteneinnahme


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