Hauspflegeverein e.V. Bielefeld

Koronare Herzkrankheit (KHK)

10.01.2018 - 09:01

Der Begriff Koronare Herzkrankheit bezeichnet die Erkrankung des Herzens, die durch Engstellen oder Verschlüsse in den Herzkranzgefäßen ausgelöst wird. Sie zählt zu den weltweit häufigsten Herzerkrankungen. Die Herzkranzgefäße sind Blutgefäße, die für den Transport von sauerstoffreichem Blut und Nährstoffen zum Herzen verantwortlich sind.

Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder ungünstigen Blutfetten haben ein erhöhtes Risiko für KHK. Faktoren, die das Risiko erhöhen, sind Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und Stress. Ein besonders erhöhtes Risiko haben allgemein ältere Menschen und vor allem das männliche Geschlecht.

Die Symptome werden durch Aktivitäten ausgelöst, die einen schnelleren Puls verursachen oder den Blutdruck erhöhen. Auch gehören körperliche Belastung, Kälte, zu ausgiebige Mahlzeiten, psychische Belastung als auch Aufregung zu den Auslösern. Bei einer Koronaren Herzkrankheit sind häufige, typisch auftretende Symptome Schmerzen hinter dem Brustbein oder ein schweres Druck- und Engegefühl in der Brust. Die Schmerzen können sich in den Armen, Schultern, Hals, Zähnen und in der Magengegend ausbreiten und 5-15 Minuten andauern. Während des Anfalls wird die Atmung schwer und die Leistungsfähigkeit ist eingeschränkt. Durch die Symptome tritt bei einigen Betroffenen ein starkes Angstgefühl auf. Aus diesen Gründen führen viele Betroffene Notfallmedikamente mit sich, die bei einem Anfall die Schmerzen innerhalb von ein bis zwei Minuten lindern bzw. beenden.

Die schmerzhaften Symptome werden unter dem Begriff Angina pectoris zusammengefasst und lassen sich in vier Kategorien unterteilen. Die stabile Angina pectoris wird lediglich durch körperliche Belastung ausgelöst. Die Symptome sind in ihrer Dauer und Intensität über einen langen Zeitraum gleichbleibend. Durch Ruhe und Nitro-Präparate verschwinden die Brustschmerzen bei den meisten Betroffenen innerhalb von wenigen Minuten. Eine weitere Form ist die Prinzmetal-Angina, bei der es zu einer krampfartigen Verengung der Herzgefäße kommt. Die Schmerzen halten im Gegensatz zu den anderen Formen weit länger an und können auch bei Ruhe oder im Schlaf auftreten. Als instabile Angina pectoris wird eine Angina pectoris bezeichnet, die zum ersten Mal auftritt bzw. in bestimmten Situationen neue Schmerzen, die vorher nicht aufgetreten sind, verursachen. Durch die Angina decubitus haben die Betroffenen vor allem nachts im Liegen Brustschmerzen.

Dies liegt vor allem daran, dass im Liegen mehr Blut zum Herz fließt. Hierdurch wird das beschädigte Organ zusätzlich belastet. Bei einer stummen Angina pectoris können nur ein plötzlicher Leistungsabfall oder ein leichtes Druckgefühl im Brustkorb Hinweise geben, denn bei dieser Form treten in der Regel kaum sichtbare Symptome auf. In vielen Fällen bleibt die Erkrankung sehr lange unentdeckt. Selbst ein Herzinfarkt kann kaum Beschwerden herbeiführen und wird daher leicht übersehen. Im Rahmen einer mikrovaskulären Angina pectoris kann es vorkommen, dass eine Verengung der Herzkranz-gefäße nicht nachgewiesen werden kann. Bei den Betroffenen treten jedoch die klassischen Symptome auf. Anders als bei Männern treten die Symptome bei Frauen wie bspw. der Brustschmerz seltener auf. Dagegen leiden betroffene Frauen öfter unter Magenschmerzen, Übelkeit, Atemnot und Müdigkeit.

Für eine Diagnose der koronaren Herzerkrankungen sind ein Arztgespräch, die körperliche Untersuchung sowie ein Ruhe- und Belastungs-EKG sinnvoll. Darüber hinaus existieren weitere zahlreiche Methoden zur Diagnose der Erkrankung, die je nach Bedarf vom Arzt durchgeführt werden. Wird die Krankheit bei den Betroffenen diagnostiziert, erfordert dies eine konsequente Therapie.

Ein akuter Angina-pectoris-Anfall kann durch die Einnahme von Nitrat bspw. als Spray oder als Kapsel innerhalb weniger Minuten beendet werden. Das langfristige Therapieziel ist, das Voran-schreiten der Krankheit zu verhindern. Hierfür müssen vor allem die Ursachen bzw. Risikofaktoren bekämpft werden, bspw. sollten Betroffene auf Nikotin verzichten, Übergewichtige sollten abnehmen und der Bluthochdruck behandelt werden. Zudem werden unterschiedliche Medikamente eingesetzt, um den Sauerstoffverbrauch zu senken, die Herzarbeit zu optimieren und hierdurch die Zahl und den Schweregrad der Anfälle zu mindern. Darüber hinaus können durch operative Eingriffe Verschlüsse bzw. Einengungen der Herzkranzgefäße direkt beseitigt werden.


Autor: pm pflegemarkt.com GmbH