Hauspflegeverein e.V. Bielefeld

Abführmittel

19.05.2017 - 08:05

Als Abführmittel werden im allgemeinen Medikamente bezeichnet, die eine Stuhlentleerung beschleunigen. Im pharmazeutischen Fachjargon werden diese Mittel auch als Laxativa bezeichnet. Medizinisch werden sie meist dann eingesetzt, wenn Patienten häufig an Verstopfungen leiden und gesunde Ernährung und Bewegung keine Abhilfe schaffen können.
 
Die Medikamente verfolgen verschiedene Wirkungsweisen. Unterschieden werden diese Wirkungsmechanismen in drei unterschiedlichen Kategorien. Die am häufigsten verwendeten Medikamente sind die motilitäts- und sekretionsbeeinflussenden Abführmittel. Diese beeinflussen die Darmbewegungen und bewirken, dass dem Darminhalt durch den schnelleren Transport weniger Wasser entzogen wird. Bekannte pflanzliche Abführmittel sind Aloe, Rhabarber und Rizinusöl. Andere Abführmittel haben eine volumensteigernde Wirkung (bspw. Leinsamen). Ist im Darm das Volumen größer, wird ein größerer Druck auf den Darm ausgeübt. Dieser reagiert mit gesteigerter Aktivität, sodass die Verdauung schneller vonstattengeht. Die dritte Kategorie der Abführmittel wirkt als Gleitmittel. Der Stuhl soll weicher und gleitfähiger gemacht werden.
 
Die Medikamente gibt es in verschiedensten Darreichungsformen, diese reichen von Tabletten und Dragees über Tropfen, Sirup, Tee bis hin zu Zäpfchen. Bei oral verabreichten Mitteln tritt meist nach zwei bis zwölf Stunden die Darmentleerung ein. Die Zeit ist abhängig von dem Wirkprinzip des Abführmittels. So kann es bei Quellstoffen mit volumensteigernder Wirkung auch einige Tage dauern, bis die Wirkung einsetzt. Bei rektal verabreichten Abführmitteln tritt die Wirkung meist schon nach fünf bis 30 Minuten ein, da der Wirkstoff schnell zum Darm gelangt und nicht erst, wie bei der oralen Verabreichung, das komplette Verdauungssystem durchlaufen muss.
 
Wichtig zu wissen ist, dass bloß, weil man ein oder zwei Tage keinen Stuhlgang hatte, es nicht bedeutet, dass man an einer Verstopfung leidet. Deshalb ist es auch nicht ratsam, voreilig auf die freiverkäuflichen Medikamente zurückzugreifen. In erster Linie sollte viel getrunken werden. Auch eine bewusste Lebensumstellung ist in einem solchen Fall sinnvoll. Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung. Im Zweifelsfall ist auf jeden Fall ein Besuch beim Arzt sinnvoll.
 
 
Quellen: 
http://www.vitanet.de/krankheiten-symptome/abfuehrmittelmissbrauch
http://www.pflegewiki.de/wiki/Laxantienabusus
http://www.pflegewiki.de/wiki/Obstipation
http://www.suchtkrankenhilfe-schwaigern.de/bibliothek/medikamente/medikamentenmissbrauch.php 
http://flexikon.doccheck.com/de/Medikamentenabusus
http://www.vitanet.de/krankheiten-symptome/abfuehrmittelmissbrauch
http://www.pflegewiki.de/wiki/Laxantienabusus
http://www.vitanet.de/krankheiten-symptome/abfuehrmittelmissbrauch
http://www.pflegewiki.de/wiki/Laxantienabusus